Ein Stilleben ist mehr als die Darstellung unbelebter Dinge. Es ist ein Ort des Nachdenkens über das Verhältnis von Natur und Kunst, über Wirklichkeit und Wahrnehmung. Dieses Gedankenspiel nehmen wir in uns auf und versuchen, seine wahre Tiefe zu erspüren und diese Verinnerlichung mit unserer Fotografie ans Licht zu bringen.
Die sichtbare Welt wird nicht einfach auf der Leinwand abgebildet, sondern mit unseren kreativen Mitteln in Form, Farbe und Ordnung überführt. Wir orientieren uns am Meister des Realismus Albrecht Dürer bis hin zum Vater der klassischen Moderne Paul Cézanne. Bei beiden lässt sich der Weg von einer realen Wahrheit hin zur vermeintlichen künstlerischen Freiheit als Verlust an Wirklichkeit sehr gut erfassen.
Um unsere Stilleben mit der Kamera ablenkungsfrei in Szene zu setzen, bedienen auch wir uns einer weißen Leinwand als Untergrund. So können wir beim klassischen Stil die Natur nicht nur betrachten, sondern auch arrangieren und interpretieren.
Bei der Moderne kommt es zu einem Perspektivwechsel. Form und Farbe folgen nicht mehr der inneren Logik. Die Leinwand ist nicht mehr neutral, sondern ein wesentlicher meditativer Teil der Abstraktion.
Eine lohnende Aufgabe, wie ich meine. Wir entwickeln so ein Gespür für die Formenvielfalt in der Natur und unseren künstlerischen Anspruch, den wir fotografisch aufspüren und spontan gestalten.