(…) nun kann das Radieren auf der mit Ätzgrund bedeckten Metallplatte beginnen. Gezeichnet wird mit einer Nadel oder anderen Werkzeugen, die das Kupfer wieder freilegen können. Wenn die Zeichnung fertig ist, beginnt das Ätzen. Dabei liegt die Platte mit der Bildseite nach oben in einem Säurebad. Als Ätzmittel dienen Salpetersäure oder Eisenchloridsäure. Von der Ätzdauer hängt es ab, wie tief die freigelegten Stellen – also die Zeichnung – in die Kupferplatte eingefressen werden. Will man kräftige, tiefschwarze Linien erhalten, muss die Platte oft über mehrere Stunden geätzt werden.
Nach dem Ätzen wird die Platte gespült und mit Terpentin gereinigt. Nun wird die Platte druckfertig gemacht. Dafür wird die erwärmte Platte mit Kupferdruckfarbe eingefärbt und anschließend solange ausgewischt, bis nur mehr in den geätzten Stellen Farbe steht. Anschließend wird die Radierung in einer Kupferdruckpresse auf gefeuchtetes Büttenpapier gedruckt.
Die Möglichkeit der Vervielfältigung war mir nie besonders wichtig. Es war und ist immer das der Druckgraphik eigene Vokabular, ihre Sprache, die mich fasziniert.
Der Kurs findet im Atelier von Herrn Mag. Neunteufel in Primmersdorf statt.